Goldmarktbericht vom 16.12.2016 - Steigende Dollar-Zinsen bringen Gold auf neues 10 Monats Tief

Nachdem Gold zu Jahresbeginn aufgrund der Flucht in Sicherheit sehr gesucht war, zeigen die Goldpreise seit einigen Wochen nur noch nach unten. Was hat es damit auf sich?
Der Goldpreis seit Anfangs Jahr


Seit dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump steht Gold arg unter Druck, obwohl die Unsicherheit rund um seine Politik das Edelmetall in einer ersten Reaktion sogar beflügelte. Doch seither hat sich einiges gewandelt und Gold hat deutlich Federn gelassen. Es sind vor allem die USD Zinsen, welche für den Preiszerfall beim Gold verantwortlich gemacht werden. Denn die Politik von Donald Trump wird, so sind sich Marktauguren einig, mit höherer Inflation und höherer Staatsverschuldung einhergehen. Entsprechend sind die Zinsen für 10-jährige Anleihen um 1% auf 2.6% gestiegen und die Notenbank FED hat nebst der jüngsten Zinserhöhung nächstes Jahr 3 weitere Zinserhöhungen von je 0.25% in Aussicht gestellt. Da Gold unverzinst ist und zudem der Dollar momentan sehr stark ist und als Sicherheit gesehen wird, haben Händler und Anleger Gold in den letzten Wochen gegen USD eingetauscht, wo sie anscheinend mehr Ertrag sehen.


Betrachtet man das Bild jedoch langfristig, dürfte Gold auch in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle spielen.
  1. Sind die realen Zinsen nicht gestiegen, 2.5% Zins bei 2.5% Inflation ist immer noch 0% realer Zins. Die höheren Zinsen sprechen ergo nicht dauerhaft gegen Gold.
  2. Mittel und Langfristige spricht die steigende Inflation nicht für den US-Dollar, der Dollar ist bereits sehr stark geworden.
  3. Politische Unsicherheiten dürften aufgrund des globalen Aufstiegs der Populisten anhalten und die Nachfrage nach Gold wieder ankurbeln.
Insofern ist Gold nun wieder günstig und kurzfristig sogar überverkauft. Eine Bodenbildung dürfte sich voraussichtlich in den nächsten Wochen abzeichnen und der Preis wohl aus den genannten Gründen nicht mehr weit von den möglichen Tiefständen entfernt sein.

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