Anleger lassen Gold fallen - Goldmarktbericht vom 14.11.2014

Aktuelles Marktgeschehen aus Dollar und Euro-Sicht

Wie schon mehrmals erwähnt, ist es der starke US-Dollar und das Vertrauen in die Amerikanische Wirtschaft, welche Anleger dazu veranlasst, dem Gold den Rücken zu kehren. Auch in den letzten Wochen trennten sich die Marktteilnehmer von Goldbeständen und liessen die Unze auf 1140 USD fallen, den tiefsten Stand seit 4 Jahren.

Wer derzeit Sicherheit sucht vor fallenden Aktien und geopolitischen Unruhen, der flieht in den Dollar, der die Anleger mit einer Verzinsung von 2%, Wirtschaftswachstum von 3% und einem steigenden Dollarkurs lockt.

Für Euro Anleger interessant: Dank der Dollar-Aufwertung präsentiert sich der Goldkurs in Euro deutlich freundlicher: Während Gold in USD dieses Jahr -3.5% verliert, kann der Goldkurs in Euro dieses Jahr +6.2% zulegen. Für Euro-Anleger hat der starke Dollar das Jahr bisher noch gerettet.

Der Goldpreis in Euro (grau) und in Dollar (blau) in diesem Jahr


Ausblick aus fundamentaler Sicht

Es sind also die Währungen und vor allem die Zinsaussichten, welche die Edelmetallmärkte im Griff haben. Inflation ist nach wie vor kein Thema, die Gefahr einer Deflation schwebt über den Industrieländern von Japan bis Europa. Doch steigen die Zinsen im Dollar nächstes Jahr? Wenn ja, um wie viel Prozent? Dies ist meines Erachten die entscheidende Frage über die nahe Zukunft des Goldpreises, denn da Gold keine Zinsen abwirft, kann ein besser verzinster USD dem Gold weiter zusetzen.

Ich denke es ist daher noch zu früh über eine Bodenbildung geschweige denn über ein Rebound des Goldpreises zu sprechen. Der Preis kann durchaus noch gegen 1000 Dollar die Unze gehen. Das wird vor allem die schwer gebeutelten Gold-Aktien hart treffen, weil auf dem Niveau die ersten Minen Verluste einfahren und dicht machen müssen, was dann wiederum von der Angebotsseite getrieben dem Kurszerfall einhalt gebieten könnte.

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