Starker Dollar stutzt Goldpreis zurecht - Goldmarktbericht vom 12.09.2014

Fast drei Monate handelte der Goldpreis in einer Spanne zwischen 1280 und 1340 Dollar die Unze. Es gab im Handel wenig Impulse, weshalb auch mein letzter Blogpost schon einige Zeit her ist.


Der Goldpreis neigt erneut zur Schwäche


Doch in den letzten Tagen ist Bewegung in den Markt gekommen. Auf der einen Seite gab es einige Entspannung an der geopolitischen Front: Waffenstillstand in Gaza und Ostukraine, härteres Vorgehen des Westen gegenüber den ISIS-Kämpfern.
Der wahre Grund für die Goldpreisschwäche ist aber in den Währungen zu suchen. Die robuste US-Konjunktur spricht für erste Zinsschritte gegen oben im nächsten Jahr. Da gleichzeitig die Wirtschaft in Europa und Japan harzt, wurden die EUR-Zinsen weiter gesenkt und fleissig Euros und Yens gedruckt. Das Auseinanderklaffen des fundamentalen Bildes zwischen Nordamerika und Europa / Japan hat zu einem Vertrauensgewinn und steigendem Dollar geführt. US-Staatsanleihen werfen nun wieder mehr Zins ab als Spanische.

Der Dollar ist seit je der Konterpart vom Gold. Wer Zinsen uns Sicherheit sucht wird nun im Dollar wieder besser bedient. Das Edelmetall mit seinen hohen Kursausschlägen ist derzeit riskanter und zahlt erst noch keinen Zins.

Ausblick
Ich denke dieser Trend, der jetzt eingeläutet worden ist, dürfte sich noch verstärken und eine Weile fortsetzen. Im gleichen Zug mit einem weiter erstarkenden Dollar und höheren Zinsen im Dollar-Raum wird auch Gold an Wert verlieren. Das Metall handelt schliesslich noch immer ca 20% über den Produktionskosten, was eine gute Unterstützung bietet. Anleger werden sich vermehrt von Gold-ETFs und Barren trennen um Dollar-Bonds oder Aktien zu kaufen. Erst Schwächezeichen vom Dollar selbst könnten die Trendwende einläuten (z.B. schwächere Konjunkturdaten, aufkeimende Inflation, Politische Krise etc). Goldkäufer sollten also keine Eile haben sondern sich noch etwas gedulden. Allen anderen sei geraten die Höhe der eigenen Goldbestände zu überdenken und allenfalls vermehrt USD-Assets ins Depot zu legen.

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