Goldpreis fällt unter 1200 USD - Goldmarktbericht vom 20.12.2013

Mit Bekanntgabe eine Drosselung der US-Geldpolitik (Tapering), verliert Gold diese Woche nochmals deutlich an Boden. 2013 dürfte das erste Jahr seit einer Dekade sein, in dem der Goldpreis negativ tendiert: Gold verliert ca 25% an Wert dieses Jahr.

Die Gründe dafür sind vor allem auf der Angebotsseite zu suchen: Anleger setzten mit der sich verbessendernen Wirtschaft lieber auf andere Anlagen als auf Gold. Krisensicherheit ist weniger gefragt als Aktien. Das hat zur Folge, dass professionelle Anleger in diesem Jahr sich in grossem Umfang von Gold-ETFs und Gold-Futures getrennt haben und so den Preis massgeblich gedrückt haben.

Auf der Nachfrageseite kann dieses hohe Angebot kaum geschluckt werden. Indien, der bis anhin grösste Goldkonsument, importiert dieses Jahr weniger Gold, da die Importzölle stark ausgebaut worden sind, um die schwache Rupie zu stützen. So hat China die Rolle als grösster Goldkonsument eingenommen und steigert die Nachfrage von Schmuckgold um 29%. Aber auch Länder wie die Türkei, Naher Osten und Südostasien kaufen Gold nach wie vor in grossem Umfang und stützen somit den Preis etwas.

Wie geht es weiter?

Falls die Ausflüsse aus ETFs in gleichem Tempo andauern würde in den nächsten 10 Monaten ein Bestand von 0 erreicht, was nicht realistisch ist. Diese Ausflüsse werden Mitte 2014 allmählich abebben. Gegen unten könnte der Goldpreis seinen Tiefstpreis bei 1000-1100 USD erreichen, da auf diesem Niveau die Produktionskostenkurve beginnt und die ersten Minen dicht machen müssen, was das Angebot weiter verknappen würde. Solange die Goldnachfrage in Asien sich nicht eintrübt, sehe ich beim Goldpreis aus diesen Gründen in den nächsten Monaten den Tiefstpunkt erreicht und ein Niveau, auf dem mehr Chancen als Risiken bestehen. Denn: wenn alle Finanzanleger ihr Gold an chinesische Hausfrauen verkauft haben, woher soll denn das Gold kommen, wenn die Finanzanleger irgendwann wieder Gold kaufen wollen? Ist das Gold erst als Schmuck und Münzen bei Privaten gelandet, dürfte es dort gehortet werden und den Weg zurück an den Finanzmarkt nicht mehr finden.

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