Goldpreis kostet Anleger Nerven - Trend weiter negativ | Marktbericht vom 05.08.2013

Der Goldpreis kostet Anleger weiterhin viel Nerven und Geduld. Das Edelmetall verliert dieses Jahr über 20%. Viele Anleger, die in der Vergangenheit von steigenden Preisen profitierten, sind sich diese wilden Kursrückgänge nicht gewohnt. Emotionen sind aber bei Geldanlagen ein schlechter Ratgeber, und wer mit diesen Kursbewegungen nicht leben kann, sollte von einer Anlage in Edelmetallen absehen.

Es gilt also nüchtern die Fakten zu checken, um sich ein Bild der aktuellen Lage zu verschaffen:

Wie bereits in diesem Post erläutert, sind vor allem die Geldabflüsse aus Gold-ETFs sowie der Richtungswechsel der US Notenbank bzw. die Entwicklung der Realzinsen für den Preisrückgang beim Gold verantwortlich.

Eine Prognose zu stellen oder sich auf eine Prognose zu verlassen ist ein Ding der Unmöglichkeit, da sich die Experten uneins sind und zum Teil gegensätzliche Prognosen stellen. Fakt ist, das sich Gold (trotz jüngsten Avancen Richtung 1350 USD die Unze) nach wie vor in einem Abwärtstrend  befindet:

Gold im Abwärtsgang 05.08.2013
Im Juli haben vor allem Deckungskäufe von Short-Spekulanten für diese Gegenbewegung gesorgt. Insgesamt ist das Interesse der Anleger an Gold aber gering und es lassen sich keine nennenswerten Zuflüsse in Gold-ETF's ausmachen.

Auch die indische Nachfrage ist eher schwach, was sicherlich an den gestiegenen Importzöllen auf Gold und an der Schäche der Indischen-Rupie liegt.

Wie tief kann der Goldpreis noch fallen?
Während Wertpapiere bis auf 0 fallen können, wird Gold immer etwas Wert sein. Es gilt deshalb zurecht als Not und Krisenwährungen seit Jahrtausenden. Selbst ein staatlich angeordnetes Goldverbot kann den Wert des Goldes nicht abschaffen, sondern nur den Besitz von Goldbarren verbieten. Juweliere wie z.B. Jan Ullrich aus Jesteburg zahlen auch für Gold in Zähnen, Münzen oder Medallien bares Geld. http://www.goldullrich.de/


Der faire Wert des Goldes wird am Markt zur Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn der Preis weiter sinkt, müssen die ersten Goldminen dichtmachen, da der Goldabbau teurer kommt als der Verkaufserlös. Jede Mine hat aber andere Produktionskosten. Man spricht daher auch von der sogenannten Produktionskosten-Kurve (engl. production curve). Je tiefer der Goldpreis fällt, desto mehr Minen machen dicht und desto weniger Gold kommt auf den Markt. Am oberen Ende produzieren die teuersten Minen bei etwa 1100 USD die Unze während einige indonesische Minen Gold für unter 800 USD schürfen. Preisrückgänge auf 1100 USD die Unzen wären also durchaus möglich, alles was darunter ist, verringert das Angebot und sorgt für eine natürliche Unterstützung. Für den Anleger bedeutet ein Rückgang auf 1100 ein weiterer Verlust von -15%. Bei solch tiefen Preisen wären dann aber die Gewinnmöglichkeiten höher als das weitere Verlustpotential. Das sieht man auch beim Edelmetall Platin, das bereits jetzt in der Produktionskosten-Kurve handelt: Es vierliert dieses Jahr "nur" -5%, verglichen mit -20% beim Gold und -34% beim Silber. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen