Goldpreis wohin gehst du? Marktbericht vom 17.04.2013

Am letzten Freitag sowie am Montag dieser Woche verlor Gold im Handel so viel an Wert wie kaum zuvor. Der Aufschrei unter Anlegern war dementsprechend gross. Wo doch der Preis die letzten Jahre stetig stieg, schien man schlichtweg vergessen zu haben, dass auch Rückschläge jederzeit möglich sind und dass Gold sehr starken Preisschwankungen unterliegt. In all dem Katzenjammer wurden viele Erklärungsversuche für den Preisrückgang in den Medien herumgereicht:


  • Zypern und andere Euro-Pleite-Nationen müssen Gold verkaufen
  • Die starken Aktien setzen dem Gold zu
  • Die rückläufige Inflation sei schuld
  • Das FED zieht die Geldzügel früher als erwartet an
  • Das Charttechnische-Bild hat sich verfinstert
  • Der Goldpreis wird manipuliert, um das Vertrauen in das Papiergeld wiederherzustellen
Alles Halbwahrheiten. Fakt ist: zuerst sinkt der Kurs und dann kommen die Erklärungsversuche. Die Preisbestimmung läuft immer noch über Angebot und Nachfrage. Daher ist die plausibelste aller Erklärungen: es hatte am Markt mehr Verkäufer als Käufer. Was idiotisch klingt, muss mann sich überlegen. Das meiste Gold wird irgendwo im Tresorfach oder im Keller auf alle Ewigkeiten versteckt oder als Schmuck um den Hals getragen. Das Gold das effektiv gehandelt wird und schlussendlich den Tageskurs bestimmt, ist nur ein Bruchteil dessen. Dieser tägliche Handel mit Goldforderungen und Terminkontrakten (Futures) wird auch als "Papiergold" bezeichnet.

Gold ist und bleibt ein börsengehandelter Rohstoff, der täglichen Preisschwankungen unterliegt. Das physische Angebot bestimmt den Handel mit Futures und der Futures-Handel bestimmt den Preis für physisches Gold. Papiergold und Barren haben ein und denselben Börsenwert, denn das Eine lautet auf das Andere. Wer dieses Auf und Ab nicht verträgt, sollte nicht in Gold investieren. Es gibt keine Garantie, dass der Goldpreis steigen muss, auch wenn die Geldmenge so gross ist wie noch nie, kann auch eine Deflation statt eine Inflation auftreten (ökonomisch: Balance-Sheet-Recession). 

Was also nun tun? Es gibt 2 Gründe Gold zu kaufen:
1. Investoren, die zocken möchten und auf höhere Preise setzen. Die sollten momentan Geduld haben und warten bis der Preis charttechnisch einen Boden gefunden hat.
2. Anleger die Gold als ultimative Krisenwährung und als Versicherung gegen Extremszenarien betrachten: die sollten nun zugreifen, denn solche Anleger sollten Tagesschwankungen ausblenden und können nun Gold zu deutlich günstigeren Preisen kaufen.


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