Die Mär vom Schutz vor Teuerung

Viele Anleger fürchten einen drastischen Anstieg der Inflation und flüchten mit ihrem Geld in Gold und Immobilien. Doch die Geschichte zeigt, dass weder das eine noch das andere tatsächlich Sicherheit bieten. Im Ernstfall bat immer der Staat die Eigentümer zur Kasse. 

So beginnt ein Artikel vom 05.11.2012 auf dem manager-magazin.de. Der Autor Richard Haimann ruft die Weimarer-Hyperinflation in Erinnerung. Dann wirft er die Frage auf, ob Immobilien und Gold einen wirksamen Schutz vor Inflation bieten. Seine Antwort lautet: NEIN. Denn in Zeiten tiefer Inflation konnte die Immobilienpreisentwicklung mit der Inflation nicht schritthalten. Vor allem in Zeiten von hohen Zinsen (um Inflation zu bekämpfen) werden Immobilienkredite für Viele unerschwinglich, was die Preise drückt. Gold korreliert auch nicht wirklich mit der Inflation, sondern ist von Spekulation getrieben.

Was in dem Text meiner Meinung nach aber zu wenig hervor kommt, ist die Tatsache, dass Immobilien, sowie auch Edelmetalle dafür einen Schutz vor Hyperinflation, also einem totalen Währungszerfall, bieten. Also genau die Versicherung darstellen, für das Schreckgespenst, das Haimann zu Beginn des Artikels malt: Billionen-Mark-Scheine. Dieser Unterschied beim Gold zwischen unwirksamen Schutz vor Inflation und Versicherung gegen Hyperinflation, habe ich schon in diesem Post mit Langzeitstudien erklärt: goldfritz.blogspot.ch/2012/07/gold-als-inflationsschutz-tauglich.html

Eine wertvolle Erkenntnis aus der Geschichte ist hingegen, dass der Staat am längeren Hebel sitzt und Immobilien und Edelmetalle durch hohe Steuern "konfiszieren" kann:

Immobiliensteuern:

"Wenn der Staat zur Kasse bittet. Die Geschichte kennt einen Fall, in dem sich Immobilieneigentümer tatsächlich durch einen extremen Anstieg der Teuerung in kurzer Zeit von ihren Hypothekenkrediten befreien konnten. Während der deutschen Hyperinflation von 1923 verfiel der Wert der Mark binnen Monaten so stark, dass am Ende Kredite für ganze Miethausblöcke für den Preis eines Brötchens getilgt werden konnten. Doch die Eigentümer hatten davon nichts. Denn 1924 führte die Regierung auf Vorschlag des Berliner Baustadtrates Martin Wagner die bis 1943 bestehende Hauszinssteuer ein. Die Steuer war so hoch, dass pro Jahr rund 850 Millionen neue Reichsmark an den Fiskus gingen. Das entsprach rund 20 Prozent der Steuereinnahmen aller Länder und Kommunen. Viele Eigentümer waren nicht in der Lage, die Steuer zu tragen. Dies führte zu einer Welle von Zwangsversteigerungen. Die vermeintlichen Krisengewinnern wurden am Ende auch zu Inflationsverlierern."

 

Goldverbot:

"Hinzu kommt, dass Staaten in Währungskrisen immer wieder das Edelmetall konfisziert haben. So hatte US-Präsident Franklin Delano Roosevelt mit der Executive Order 6102 am 5. April 1933 jeglichen Privatbesitz von Gold verboten. Einzige Ausnahme: Zahngold.
Die US-Bürger mussten Bestände zum Zwangsumtauschkurs von 20,67 Dollar pro Unze an die Regierung abführen. Auf Zuwiderhandlungen stand eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Verordnung blieb bis 1973 in Kraft. Australien verbot mit dem Banking Act von 1959 den Privatbesitz von Gold, nachdem das Land in eine tiefe Finanzkrise geraten war. Erst 1976 wurde das Gesetz aufgehoben."

 


Kommentare:

  1. Stimme dem voll und ganz zu!
    Ich habe auch vor einem guten halben Jahr hier einige Reserven gekauft und bin nun ein Stück weit abgesicherter.

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  2. Ich habe in einem Forum gelesen, dass genau ab März 2013 der Goldpreis radie sinken wird. Soll ich dann vorher alle meine Reserven verkaufen? Ich habe eine Erbschaft, die größtenteils aus Goldmünzen aus der Schweiz und Schmuck aus den 1050er Jahren besteht. www.edelmetall-verkaufen.de Oder ab zum Einschmelzen!

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