Deutschland holt seine Goldreserven heim

In jüngster Zeit gab es in Deutschland viel Wind um die Goldreserven der Bundesbank. Deutschland hält mit 3396 Tonnen Gold die weltweit zweitgrössten Goldreserven hinter den USA. Der Grossteil des Goldes wird allerdings nicht in Deutschland gelagert, sondern in New York, Paris und London. Die Bundesbank wurde von Bürgerbewegungen und der Politik wiederholt aufgefordert, die Goldreserven zu prüfen und nach Hause zu bringen. Offenbar traut man ausländischen Notenbanken nicht mehr über den Weg und möchte das Gold in Krisenzeiten im Inland wissen. Bisher ist die Bundesbank den Forderungen nicht nachgekommen. Doch wie heute bekannt wurde, hat die Bundesbank in einem überraschenden Schritt ein Grossteil des Goldes welches bei der Bank of England gelagert wird eingefordert. Es geht vorerst um einen Bestand von 940 Tonnen welcher nach Hause gebracht werden soll. Anscheinend habe die Bank of England zu viel in Leihgeschäften ausgeliehen. Weil der Deutsche Goldbestand nicht abgesondert ist, sind die Deutschen Reserven zu einer blossen Forderung gegenüber der Bank of England verkommen.
Wie die Geschichte ausgeht bleibt offen. Ist Deutschland dabei seine Reserven ins Inland zurück zu holen? Werden andere Länder diesem Schritt folgen? Auf jeden Fall macht der Schritt einmal mehr deutlich, dass in der globalen Staatengemeinschaft Misstrauen und Handelsblockaden zunehmen (was sich auch in einem Währungs-Abwertungs-Wettrüsten von Japan, England, Euroland, USA und der Schweiz äussert).

Mehr dazu im Daily Telegraph: http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9631962/Bundesbank-slashed-London-gold-holdings-in-mystery-move.html

1 Kommentar:

  1. Geld – wie es ist und wie es sein soll

    Das heutige Papiergeld ist deshalb Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion), weil es gänzlich unreflektiert dem Goldgeld der Antike nachgeäfft wurde! Und noch heute gibt es Äffchen, die – wie die Vertreter der "Österreichischen Schule" – den "Goldstandard" anbeten und sich von diesem Unsinn die Lösung aller Menschheitsprobleme versprechen. Gold kann in der Natur gefunden oder durch Neutronenbeschuss von Quecksilber künstlich erzeugt werden. Und nur weil das zweite Verfahren noch viel zu teuer ist, stellt sich der im Altertum verhaftete, unbewusste Mensch das Gold als ein "natürliches Geld" vor, dem er wegen seiner Seltenheit einen "besonderen Wert" beimisst. Die Abstraktion vom Gold über das Goldgeld bis zum Papiergeld kann der noch unbewusste Mensch nicht nachvollziehen.

    Das bewusste Denken beginnt mit der Feststellung, dass in einer Volkswirtschaft die Waren das Angebot sind und das Geld die Nachfrage bildet. Der Gegenwert allen umlaufenden Geldes ist also immer der Wert aller gegenläufig umlaufenden Waren, die aktuell dagegen getauscht werden, und nicht "beliehene Sachwerte", eingelagerte Goldklötzchen oder sonst irgendetwas. Damit das Geld seine Aufgabe als Tauschmittel erfüllen kann, muss lediglich sichergestellt sein, dass es als "gesetzliches Zahlungsmittel" definiert, dass es fälschungssicher ist, und dass es umläuft. Allein die Art und Weise, wie die letzte Bedingung erfüllt werden kann, entscheidet über das Schicksal der ganzen Volkswirtschaft.

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