Gold als Inflationsschutz tauglich?

Landauf und landab ist die Meinung verbreitet, dass Gold einen guten Schutz vor Inflation bietet. Nun haben Ökonomen in einer neuen Studie untersucht, zu was Gold wirklich taugt. Und die Resultate sind zum Teil erstaunlich: (The Golden Dilemma, Claude B. Erb, Campbell R. Harvey, 2012)

  1. Gold bietet keinen wirksamen Inflationsschutz
  2. Gold dient nicht wirklich zur Währungsabsicherung
  3. Gold ist der ultimative Schutz vor einer Hyperinflation


1. Gold bietet keinen wirksamen Inflationsschutz

Warum bietet Gold keinen wirksamen Inflationsschutz? Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Gold zwar ganz langfristig die Inflation geschlagen hat; langfristig bedeutet aber in dem Fall hundert Jahre! Das übersteigt den Anlagehorizont und die Lebensdauer der meisten Anleger. Für kürzere Zeitspannen hat sich jedoch gezeigt, dass sich Gold völlig unabhängig von der Inflation entwickelt. Ansonsten müsste der reale Preis von Gold (also inflationsbereinigt) ja immer gleich hoch sein. Der reale Goldpreis unterliegt aber enormen Schwankungen! Der Inflationsrate ist er längst enteilt und schwebt in luftiger Höhe. Es ist also gut möglich, dass die nächsten Jahre Inflation bringen können, aber der Goldpreis wieder sinkt. Ergo funktioniert für Sie als Anleger Gold als Inflationsschutz nicht wirklich.



Der reale Goldpreis (gelb) unterliegt massiven Schwankungen und hat sich vom Preisindex (US Kerninflation, blau) längst entkoppelt



 

2. Gold dient nicht wirklich zur Währungsabsicherung

Auch diese These muss anhand der Vergangenheit als falsch verworfen werden. Die Währungsschwankungen über die letzten 40 Jahre waren zum Teil beträchtlich! Doch wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt, hat sich der Goldpreis unabhängig von Währungsschwankungen entwickelt. Klar war die Goldpreisentwicklung nicht in allen Währungen gleich. Und auch klar hat der Devisenmarkt einen gewissen Einfluss auf das Tagesgeschehen. Doch die Grafik zeigt eindrücklich, dass sich der Goldpreis in sämtlichen Währungen parallel entwickelt hat. Eine Verdreifachung in den Achtzigerjahren, ein Bärenmarkt bis ins Jahr 2000 und dann eine erneute Preisexplosion 2005-2012. Egal ob in einer jüngst starken Währung wie Schweizerfranken oder Yen, oder in einer jüngst schwachen Währung wie dem Euro (ex Deutsche Mark). Gold war in den letzten 7 Jahren eine Erfolgsgeschichte.



realer Goldpreis in den jeweiligen Lokalwährungen


3. Gold ist der ultimative Schutz vor einer Hyperinflation

Diese These kann eindeutig bestätigt werden. Der Goldpreis reagiert sehr sensitiv auf nur schon eine gewisse Wahrscheinlichkeit einer Hyperinflation anno Weimarer-Republik. Während Gold also für den normalen Inflationsschutz untauglich ist, funktioniert es als gehebelte Option auf eine Hyperinflation. Eine solche hätte einen beträchtlichen Einfluss auf den Goldpreis. Die Ökonomen haben das Szenario einer Hyperinflation unter die Lupe genommen: Eine Hyperinflation ist ein nicht mehr zu stoppender Galopp der Inflation im Monats, Wochen und sogar Tagesrhythmus. Das Vertrauen in das Papiergeld ist völlig zerstört und das Geld wird zum wertlosen Papier. Tatsächlich tritt das Gespenst der Hyperinflation erst seit Einführung des ungedeckten Papiergelds auf. Ganze 31 Mal konnte eine Hyperinflation festgestellt werden. Zur Veranschaulichung haben die Ökonomen berechnet, wie hoch der Goldpreis steigen wird, falls der US-Dollar einer Hyperinflation wie jener in Deutschland zur Zeit der Weimarer-Republik unterliegt: $72,092,964,539,007 (72 Billionen Dollar pro Unze)

In der Vergangenheit beobachtete Hyperinflation

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