Gold Marktkommentar 19.03.2012

Gold ist in den letzten Tagen erneut unter Druck gekommen und handelt nun unter der wichtigen 200-Tages Linie, wobei die 300-Tages Linie noch hält. Aktuell wird das gelbe Metall bei Preisen von knapp über 1600 $ die Unze gehandelt.
gold Technical chart [Kitco Inc.]
5 Jahres-Chart Gold in USD
Weshalb kam Gold jüngst unter Verkaufsdruck?
Die Antwort lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: "weniger Unsicherheiten". Gold wurde im letzten Jahr wie verrückt gekauft als Absicherung gegen eine Eskalation der Euro-Schuldenkrise. So musste man im Herbst 2011 mit einem Dominoeffekt der einstürzenden Banken und Staaten rechnen, welcher das Potential hatte, das ganze Währungssystem zu destabilisieren. Gold wurde daher gehortet und als eine Art "Versicherungsprämie" für den Fall der Fälle ins Depot aufgenommen. So kam denn die Nachfrage auch vor allem von Finanzinvestoren.
Heute sind die Schuldenberge alles andere als abgetragen, aber die EZB konnte dank der Flutung der Märkte und Banken mit Liquidität ein Dominoeffekt verhindern. So konnten die Schulden von Griechenland jüngst abgeschrieben werden, wobei Kreditausfallversicherungen ausbezahlt werden, was einem Konkurs gleichkommt. Doch der Markt war inzwischen darauf vorbereitet und weder der Euro noch die Banken kamen deswegen unter Druck; die Umschuldung wurde im Gegenteil sehr positiv aufgenommen. 
Dieser leicht hellere Ausblick führte dazu, dass die Finanzgemeinde Gold abgestossen hat und sich wieder mehr den Aktien zugewandt hat. 
Wichtig waren auch Äusserungen von Ben Bernanke vom FED, welches keine weiteren Geldpolitische Lockerungsmassnahmen (Gelddrucken unter QE3) ankündigte und so den USD stärkte. Gold gilt als Gegenpol zum Dollar und verlor darauf weitere 100 USD. 

Wie geht es weiter?
Kurzfristig erwarten die meisten Marktteilnehmer, dass Gold noch bis auf 1300-1400 USD zurückfallen könnte, bevor Gold einen neuen Anlauf auf die Höchststände nimmt. Folgende Entwicklungen sind zu beobachten und könnten dem Gold Impulse geben:
  1. tiefere Preise dürfte die physische Nachfrage nach Gold ankurbeln (Indien, China)
  2. Steuererhöhungen in Indien (grösster Goldkonsument) könnten die Nachfrage der Indischen Goldkonsumenten schwächen.
  3. Kratzen neue Befürchtungen oder eine steigende Inflation am Vertrauen von Euro und Dollar, dürfte Gold als Alternativ-Währung wieder an Beliebtheit zulegen und deutlich steigen.
Anleger, die Gold langfristig und strategisch als Teil ihres Vermögens betrachten, können Gold auf Preisen von 1500-1600 kaufen. 
Kurzfristig orientierte Trader sollten noch zuwarten oder sich kurzfristig short positionieren, bevor es wieder aufwärts geht.

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